Archiv für die Kategorie „1. Mannschaft“
BSV Muri Bern 2 – KTV Visp 28:14 (13:5)
Was für ein Saisonabschluss! Nach einer über weite Strecken nicht 1. Liga-tauglichen Leistung wird der KTV Visp im letzten Meisterschaftsspiel vom Drittletzten mit 14 Toren deklassiert. Die Sommerpause kommt nun für alle Beteiligten keinen Moment zu früh.
„Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“, dürften sich die Visper Handballer am Samstag nach Spielschluss gedacht haben. War man vor der Partie noch guten Mutes, nach zuletzt schwachen Darbietungen die Saison wenigstens versöhnlich zu beenden, so wurde man nach 60Minuten gnadenlos auf den Boden der Realität zurückgeholt. Mit den Auftritten der vergangenen Wochen gehört man einfach nirgendwo anders hin, als ins Niemandsland der Tabelle. Wirklich schade, denn die Mannschaft verfügt zweifelsohne über die Qualität, sich in der oberen Tabellenhälfte zu klassieren. Was allerdings gegen Muri 2 dargeboten wurde, grenzte aber vor allem in der ersten Hälfte an Arbeitsverweigerung. Obwohl Trainer Petkevicius, bis auf die Verletzten Heimgartner und Lenser, seine Stammformation aufs Feld schickte, um seine Siegesambitionen gegen den Aussenseiter zu untermauern, ging die Mannschaft um Topskorer Reto Niederhaeuser bald einmal mit 11 Toren(!) in Führung. Visp war in dieser Phase völlig desorientiert und komplett von der Rolle. Nachdem die Stammspieler nach und nach unter anderem durch die jungen Nachwuchskräfte ersetzt wurden, kam man bis zur Pause vom zwischenzeitlichen 1:12 immerhin noch zum 5:13 Halbzeitstand. Um nachzuschlagen, wann eine Visper Herrenaktivmannschaft in der Geschichte gerade mal 5 Tore in einer Halbzeit erzielt hat, dürfte man allerdings eine ganze Weile in den Chroniken blättern. Nach dem Seitenwechsel wurde es ein wenig besser, denn die jungen Wilden stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Blamage. Dies gelang, teilweise wenigstens. Nach Siegen gegen den Barrageteilnehmer West, wäre aber wohl keinem in den Sinn gekommen, eines Tages in Bern Spitalacker vom Drittletzten mit 14 Treffern Unterschied nach Hause geschickt zu werden. Für die Visper Mannschaft beginnt nun die sehr kurze „Sommerpause“, da man Ende Mai bereits wieder mit dem Training für die kommende Saison beginnen wird. Hoffentlich hat man bis dahin den Tiefflug der vergangenen Wochen überwunden.
KTV Visp: Kalbermatten David, Matijevic Ivan; Furrer Sascha (1), Slatincic Adrian, Slatincic David (1), Stoffel Benji (1), Studer Joel (6), Vilaniskis Gintautas (3), Vomsattel Bruno, Vomsattel Rafael, Widmer Florian, Zuber Matthias (2)
KTV Visp – TV Pratteln 31:36 (15:17)
Beim KTV Visp nichts Neues. Die junge Mannschaft verliert zu Hause gegen Pratteln und befindet sich weiterhin in einer Baisse. Die fehlende Motivation ob des seit Wochen feststehenden Ligaerhalts ist deutlich spürbar.
Anfangs der diesjährigen 1.-Liga-Spielzeit wurde vom Visper Vorstand die Marschroute für die Saison 2009/2010 vorgegeben. Da die Mannschaft wegen Verletzungen oder Vereinswechseln auf den einen oder anderen Schlüsselspieler verzichten musste, verlangte man von Trainer Petkevicius und seinem Team im schwierigen zweiten Jahr eine Klassierung im sicheren Mittelfeld, also nichts anderes als den erneuten Ligaerhalt. Obwohl im Sommer gut trainiert worden war, zeigte sich alsbald und zwar bereits im Startspiel, dass die Mannschaft noch einen weiten Weg zu gehen hatte um das Saisonziel zu erreichen. Nichtsdestotrotz hat man den eben jenes Ziel erreicht und zwar früher als erwartet. Doch was nun. In den letzten Wochen zeigten sich die Lonzastädter weit von ihrer Bestform entfernt und die Siege gegen Lyss 2 und Crissier erwiesen sich als Strohfeuer. Am Samstag konnten sich auch die Gäste aus Pratteln von der momentanen Verfassung der Visper überzeugen. Wie in jeder Begegnung zuletzt, konnte man dem Heimteam in Puncto Einsatz nichts vorwerfen. Man war heiss auf die Revanche gegen den Tabellennachbarn. Doch es fehlt dem Team einfach an mannschaftlicher Geschlossenheit und mit Heimgartner, welcher sich in der Vorwoche eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte und deshalb ausfiel, fehlte zudem eine wichtige Stütze in der Deckung. In der ersten Halbzeit, vermochte man das Spiel noch sehr ausgeglichen zu gestalten. Dies aufgrund einer einmal mehr bärenstarken Leistung des Routiniers Vilaniskis aber auch des jungen Rafael Vomsattel. Nach der Pause jedoch zogen die Gäste zwar mit kleinen Schritten aber kontinuierlich davon und erarbeiteten sich einen Vorsprung welcher sich bei 4 bis 5 Toren einpendelte und bis zum Schluss Bestand haben sollte.
Eine Partie noch und die Meisterschaft 2009/2010 ist für den KTV Visp vorbei. Das Saisonziel wurde erreicht, einige Nachwuchskräfte integriert und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack; es wäre durchaus mehr drin gelegen.
KTV Visp: Kalbermatten David, Matijevic Ivan; Furrer Sascha (5), Lenser John, Slatincic Adrian, Slatincic David (1), Stoffel Benji (2), Studer Joel (2), Vilaniskis Gintautas (11), Vomsattel Bruno, Vomsattel Rafael (8), Widmer Florian, Zuber Matthias (2)
PSG Lyss 2 – KTV Visp 24:28 (14:16)
Der KTV Visp findet zurück auf die Erfolgsspur. Nach zuletzt zwei herben Schlappen setzt sich die Mannschaft von Trainer Petkevicius in einem unspektakulären Spiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Lyss sicher durch, jedoch ohne vollends zu überzeugen.
Eines ist schon mal vorwegzunehmen, der KTV Visp muss im Gegensatz zur letzten Saison nicht bis zur letzten Runde um den Abstieg zittern. Nach dem Sieg am Wochenende ist ein erstes Ziel, der Ligaerhalt, auch rechnerisch gesichert. Doch was nun? Welche Motivation bleibt noch in den verbleibenden 4 Partien. Ein Ziel könnte sicherlich sein, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern, denn auf die viertplatzierten Solothurner hat man bis dato nur 3 Punkte Rückstand. Zuletzt zeigte sich aber, dass der Mannschaft zurzeit die nötige Konstanz ein wenig abgeht. Dies zeigte sich auch am vergangenen Samstag in der Sporthalle Grien. Wie schon so oft in dieser Saison begann man sehr zögerlich und dem neutralen Zuschauer wäre mit Sicherheit nicht aufgefallen, dass hier der Tabellenletzte auf dem Platz war. Denn es waren die Lysser welche zu Beginn das Tempo vorgaben. Bei den Vispern war die Verunsicherung nach den Kanterniederlagen in Solothurn und gegen Genf vor heimischer Kulisse deutlich zu spüren. Vor allem im Abwehrverbund liess man die nötige Aggressivität und demzufolge auch die nötige Härte vermissen. Nachdem die allgemeine Verunsicherung ein wenig abgelegt worden war, steigerten sich die Oberwalliser ein wenig, allerdings ohne zu überzeugen. Denn durch die Tatsache, dass sich die Gäste nun dem Niveau der Lysser anpassten, entwickelte sich nach und nach ein lahmes Handballspiel. Durch gute Wurfquoten von Topskorer John Lenser und Neuzugang Gintautas Vilaniskis lag man zur Pause aber mit 2 Toren in Front. Auch in der zweiten Halbzeit wartete man vergeblich auf hohe Handballkunst. Irgendwie schien es, als würden die Visper mit angezogener Handbremse spielen und sich nur auf die Wurfqualitäten ihrer Rückraumschützen verlassen, zu welchen sich nach der Pause wenigstens noch Spielmacher Matthias Zuber gesellte. So ging es hin und her. Die Lysser konnten scheinbar nicht mehr als das was sie zeigten, was vermuten lässt, dass sie zu Recht die rote Laterne der Tabelle innehaben und die Visper wollten wohl nicht mehr als ihren 4-Tore-Vorsprung über die Zeit schaukeln und dann so schnell wie möglich zurück ins Wallis. Schlussendlich war der Auswärtssieg hier nie in Gefahr, aber niemandem ist ein solch lustloser Auftritt zweier Mannschaften zu gönnen. Wollen die Lonzastädter tatsächlich noch einen Schritt nach vorne tun, so muss man sich am kommenden Samstag gegen den HBC West gehörig am Riemen reissen.
KTV Visp: Kalbermatten David, Matijevic Ivan; Furrer Sascha (3), Heimgartner Benjamin, Lenser John (6), Slatincic Adrian, Stoffel Benji, Studer Joel (1), Vilaniskis Gintautas (8), Vomsattel Bruno, Vomsattel Rafael (4), Widmer Florian (1), Zuber Matthias (5)
TV Solothurn – KTV Visp 42:22 (21:11)
Herber Rückschlag für den KTV Visp. Die Oberwalliser sind in Solothurn völlig von der Rolle und werden vom Gastgeber mit 20 Toren Differenz nach Hause geschickt.
Nach dem völlig missglückten Auftakt in die diesjährige Meisterschaft, mit zum Teil niederschmetternden Resultaten, hat sich der KTV Visp in den vergangenen Wochen und Monaten gefangen. Ein Grund dafür mag die Verpflichtung des litauischen Routiniers Vilaniskis sein, ein anderer die erhöhte Leistungsbereitschaft in dem zweifellos äusserst talentierten Team. In jüngster Vergangenheit feierte man unter anderem Punktgewinne gegen die selbsternannten Aufstiegsanwärter Handball West, Birsfelden und Leimental und das Ende der Fahnenstange schien noch nicht erreicht zu sein. Nun, trotz Einsatz und Selbstvertrauen gibt es im Sport Momente, an denen schlichtweg alles in die Hose geht. Der vergangene Samstag war für die Visper Handballer so einer. Topmotiviert reiste man am Tag der grossen Fasnachtssause in Visp nach Solothurn. Die Marschroute war klar: in der Deckung so arbeiten wie zuletzt gegen Crissier und Leimental und dann schnörkellos nach vorne spielen. Soviel zur Theorie. In der Praxis aber schlug die Begegnung schon nach wenigen Minuten in eine aus oberwalliser Sicht völlig falsche Richtung ein. Von Beginn weg lief bei den Vispern nichts zusammen. Pässe landeten im Niemandsland, der Angriff war ein laues Lüftchen und die Abwehrarbeit verdiente ihren Namen nicht. Die Gastgeber liessen sich nicht zweimal bitten und zogen bis zur Pause auf 10 Tore davon. Nach dem Seitenwechsel konnten die Lonzastädter zwar die Fehlerquote reduzieren, die Solothurner, um den ehemaligen Visper Zsolt Toth, blieben aber mindestens eine Klasse besser. So verlor man schlussendlich und man muss es leider sagen, auch in dieser Höhe verdient mit 42:22. Während sich die Gastgeber nun über ihre Vorräte an Öufi-Bier hermachten um den Kanterseig gebührend zu feiern trat die Mannschaft von Trainer Petkevicius gefrustet die Heimreise durch die NEAT an. Es bleibt zu hoffen, dass das Team diese Niederlage so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis löschen kann, denn der nächste Gegner, der Tabellenführer aus Genf, dürfte nicht gerade als Aufbaugegner angesehen werden. Der KTV Visp hat zwar bisher gezeigt, dass er auch qualitativ bessere Mannschaften schlagen kann, am Samstag ist zur allgemeinen Wiedergutmachung aber ein weiterer Beweis fällig.
KTV Visp: Kalbermatten David, Matijevic Ivan; Furrer Sascha, Heimgartner Benjamin (1), Lenser John (5), Slatincic Adrian, Slatincic David, Stoffel Benji (1), Studer Joel, Vilaniskis Gintautas (9), Vomsattel Bruno (1), Vomsattel Rafael (5), Widmer Florian, Zuber Matthias
KTV Visp – Crissier-Lausanne 32:19
Der Aufsteiger Crissier-Lausanne erweist sich als schwacher Gegner, und wird mit 13 Toren Differenz aus der Visper Spielhalle gefegt. In einer für den Zuschauer äusserst unterhaltsamen Partie, holen sich die Oberwalliser den siebten Saisonsieg und vergrössern damit ihr Polster auf den Relegationsplatz auf 9 Punkte. Darüber hinaus werden die Vertragsverlängerungen von Topskorer John Lenser und Trainer Vygindas Petkevicius bekanntgegeben.
Vor den schwierigen Begegnungen gegen Solothurn und Chênois-Geneve ging es am Samstag auch darum, Selbstvertrauen zu tanken. Allerdings hatten die Gäste aus Crissier zwei Wochen zuvor einen überraschenden Heimsieg gegen die Vikings aus Liestal gefeiert und waren dementsprechend nicht darauf aus, Visp die Punkte ohne Gegenwehr zu schenken, obwohl sie mit gerade mal einem Ersatzfeldspieler ins Oberwallis gereist waren. Und tatsächlich legte der Aufsteiger äusserst couragiert los. Man merkte zwar, dass der Tabellenzehnte qualitativ zurzeit nicht auf dem Level anderer Mannschaften spielen kann, doch machten sie dies mit sehr viel Einsatz wett und da das Heimteam seine Betriebstemperatur noch nicht erreicht hatte, stand es nach 12 Minuten dementsprechend auch nur 6:6. Dies war Trainer Petkevicius deutlich zu wenig. Er löste sogleich sein Time-Out ein und nahm sich seine Spieler zur Brust. Und siehe da, sofort wurde das Spiel besser. Im Angriff wurde flüssiger durchgespielt und vor allem stand die Deckung mit gütiger Mithilfe von Torhüter Matijevic nun bombenfest. Dieser Tempoverschärfung musste Crissier aufgrund mangelnder Alternativen auf der Bank bald einmal Tribut zollen und der Gastgeber erspielte sich bis zur Pause einen 10 Tore Vorsprung. Nach dem Seitenwechsel wurde die Stammformation nach und nach durch Ergänzungsspieler wie Vomsattel und Widmer ersetzt, welche sich in der Abwehr ohne Anlaufschwierigkeiten auf demselben Niveau einfügten wie die Arrivierten, jedoch im Angriff das eine oder andere Mal die letzte Konsequenz vermissen liessen. Dennoch gelang es den Vispern den Vorsprung auf 12 Treffer auszubauen. Mitte der zweiten Halbzeit vereinsamte der Trainer des Aufsteigers dann vollends, da sich einer seiner Schützlinge eine rote Karte eingefangen hatte und die Schlussphase der bereits entschiedenen Partei von der Tribüne verfolgen musste. Zum Schluss setzte sich der KTV Visp klar aber und in dieser Höhe verdient mit 32:19 durch und liess sich vom Publikum feiern. Das Selbstvertrauen für die kommenden Partien ist zweifellos vorhanden, jetzt müssen nur noch die Punkte her.
KTV Visp: Kalbermatten David, Matijevic Ivan; Furrer Sascha, Heimgartner Benjamin, Karlen Aaron, Lenser John, Slatincic Adrian, Slatincic David, Stoffel Benji, Studer Joel, Vilaniskis Gintautas, Vomsattel Bruno, Vomsattel Rafael, Zuber Matthias
